Weltraumfeeling im Welios

Im zehnten Jahr des Bestehens warf man im Welios einen spannenden Blick zurück auf die Mission “Austromir”.

Weltraumfeeling im Welios

Welios goes Weltraumfeeling!

Vor 30 Jahren verbrachte der österreichische Kosmonaut Franz Viehböck eine Woche auf der russischen Raumstation Mir. Dieses Jubiläum wurde im Welios mit einem Symposium und einer bestens besuchten Abendveranstaltung begangen.

Über 40 damals beteiligte Personen fanden sich zusammen und berichteten, was von der Mission des „Austronauten“ Viehböck geblieben ist. Viehböck verbrachte nicht nur eine Woche auf der Mir, er war eingespannt in ein wissenschaftliches Arbeitsprogramm, das ihn den ganzen Weltraumtag über beschäftigte. Man untersuchte in 15 wissenschaftlichen Experimenten, wie sich der Körper im Zustand der Schwerelosigkeit verhält. So hat etwa das mobile EKG-Aufzeichnungsgerät seinen Ursprung in der AUSTROMIR-Mission: Man benötigte ein möglichst kleines Gerät, um die Körperfunktionen Viehböcks aufzeichnen zu können, war doch das Gewicht der Experimentiergeräte stark limitiert.

Österreich als starker Partner
Beim Symposium in Wels erfuhr man auch, dass die Firma Scotty mit Sitz in Niederösterreich nach der Beteiligung am österreichischen Weltraumausflug und den dort gewonnen Erkenntnissen international gefragt ist, wenn es um die Ausstattung mit abhörsicheren Videosystemen geht.

Um die radioaktive Strahlung bei Weltraummissionen von den Astronauten fernzuhalten, greift man auf die Erfahrungen der Seibersdorf Laboratories zurück: Erfahrungen, die man durch die Beteiligung bei AUSTROMIR-91 gemacht hat. Dass Österreich heute eine wichtige Rolle in der Weltraumerkundung spielt, geht auf die damals entwickelten, neuartigen Experimente zurück.

Die heutige Bedeutung Österreichs in der Weltraumgemeinschaft erkennt man auch daran, dass mit Josef Aschbacher als Generaldirektor der europäischen Weltraumorganisation ESA und Christian Feichtinger als Direktor der International Astronautical Federation IAF mit Sitz in Paris gleich zwei Österreicher an wichtigen Positionen vertreten sind.

Austronaut zum Angreifen nah
Welios-Geschäftsführer Mag. Michael Holl war es wichtig, dass nicht nur im Kreis der Wissenschafter die Ergebnisse diskutiert wurden, sondern auch die Öffentlichkeit Gelegenheit hatte, den „Austronauten“ Viehböck kennenzulernen. Mag. Leo Ludick moderierte ein kurzweiliges Podiumsgespräch, im Rahmen dessen Franz Viehböck, Kosmonauten-Kandidatin Gertrud Waich und beide Projektleiter Christian Feichtinger und Bruno Josseck spannende Einblicke boten. Viehböck berichtete dabei, dass das Training oftmals an die Grenzen der Belastung ging: All die Anstrengung wurde jedoch aufgewogen durch den einzigartigen Blick auf die Erde und die sechzehnmal pro Tag erfolgenden Sonnenauf- und –untergänge.

„Mit dem Symposium hat sich das Welios in der wissenschaftlichen Community etabliert und durch die Abendveranstaltung auch den Transfer von der Wissenschaft zur Öffentlichkeit in anregender Form gestaltet. Getreu dem Motto des Welios, dass man bei uns Zukunft begreifen kann,“ freut sich Michael Holl über einen ereignisreichen Weltraumtag im Welios.